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Jugendkirche hat damit gute Erfahrungen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von pierre roh   
Donnerstag, 25. Februar 2010
„Wir haben nicht zu viele Kirchengebäude, sondern zu wenig Ideen für eine intelligente Nutzung.“ Dieser Ansicht ist der Direktor des EKD-Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart, Professor Thomas Erne (Marburg). Der Theologe schlug vor, Kirchen leer zu räumen und zusammen mit bestimmten Zielgruppen neu einzurichten. Zahlreiche Jugendkirchen hätten damit gute Erfahrungen gemacht.

In den 23 Landeskirchen gibt es rund 27.000 Kirchengebäude, deren Erhalt jährlich rund 1,224 Milliarden Euro kostet. Den EKD-Prognosen zufolge wird auch im Jahr 2030 dieselbe Summe benötigt werden, obwohl bis dahin die Zahl der Kirchenmitglieder um ein Drittel zurückgegangen und die Kirchensteuern von derzeit 9,95 Milliarden Euro um die Hälfte geschrumpft sein werden. Diese Entwicklung mache ein vertieftes Nachdenken über die Funktion von Kirchen notwendig, fordert Erne.

Als schlechteste Lösung bezeichnete er den Verkauf von Kirchen an Wohnungsbaugesellschaften. Eine Veräußerung an andere Religionsgemeinschaften lehnte er ab. Wenn man der Meinung sei, nicht alle Kirchen erhalten zu können, solle man ihnen „die Chance geben, Ruinen zu werden und ehrenvoll zu sterben“. Am besten, so Erne, wäre es, Kirchen so umzubauen, dass sich auch Kirchenmitglieder darin wohl fühlen, die sich bisher nicht am kirchlichen Leben beteiligen.

Dies gelte beispielsweise für die soziologische Gruppe „jugendliche Genussmenschen“, die 22 Prozent der Kirchenmitglieder stelle, aber nur zu 1,5 Prozent in den Kirchengemeinden in Erscheinung trete. Weil die Gestaltung der meisten Kirchenräume nicht ihrem Lebensstil entspreche, besuchten sie auch keine Veranstaltungen in diesen Räumen, sagte Erne.



Der Theologe schlug vor, Kirchen leer zu räumen und zusammen mit bestimmten Zielgruppen neu einzurichten. Zahlreiche Jugendkirchen hätten damit gute Erfahrungen gemacht. Eine andere Möglichkeit sei, Kirchen zu Veranstaltungsräumen umzubauen und gelegentlich zu vermieten. Dabei sollte der kirchliche Charakter des Raumes erkennbar bleiben.

Auf diese Weise bekämen auch Kirchenferne einen unverbindlichen Zugang zur Kirche. Daraus ergäben sich häufig intensive Glaubensgespräche mit kirchlichen Mitarbeitern. Erne berichtete von einer Gemeinde, die samstags Kinofilme in ihrer Kirche zeige. Viele Zuschauer kämen am Sonntag wieder, um zu hören, wie der Pfarrer das Thema in der Predigt behandele.

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