 Das neu gegründete Dekanat "Vorderer Odenwald" erblüht mitten im Winter - so sieht es zumindest auf dem Bild links aus, welches das neue Dekanatszentrum ("Darmstädter Schloß in Groß-Umstadt) zeigt. Am 1. Januar feierte das neue Dekanat quasi seine Geburt. Der Einzug in das neue Gebäude fand stückweise in den Tagen vor Weihnachten statt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der einstigen Evangelischen Dekanate Reinheim und Groß-Umstadt richten sich noch ihre Büroräume ein.
Vieles ist Stückwerk, wie so vieles im Leben und so auch hier am neuen Arbeitsplatz. Gleichwohl wird weitergearbeitet, denn das neue Dekanat plant für die ersten Monate des neuen Jahres einige Veranstaltungen, die die Vereinigung feierlich begleiten sollen. So wird das Darmstädter Schloß seine Pforten von 15 - 18 Uhr für die Öffentlichkeit öffnen am Freitag, den 22. Januar ("Einweihung des neuen Dekanatszentrums".)
Der eigentliche Festakt und Festgottesdienst mit dem Kirchenpräsidenten Dr. Volker Jung findet statt am Freitag, den 19. Februar in der Stadtkirche Groß-Umstadt, Am Marktplatz von 19 - 21 Uhr. Zu all diesen Festvitäten sind Sie herzlich eingeladen. Und wenn am Anfang bei uns nicht alles gleich funktioniert, dann haben Sie etwas Geduld mit uns: so ein großer Umzug und die technische wie funktionale Einrichtung eines solchen historischen Gebäudes braucht Zeit.
Die Synodalvorstände haben dem neuen Dekanat "Vorderer Odenwald" für seinen Beginn also eine Art Satzung gegeben, die man in den kommenden Jahren mit Leben füllen möchte. Daher habe man sich auch nicht, so Dekan Joachim Meyer (Reinheim), der zusammen mit Dekan Heinz-Walter Laubscheer (Groß-Umstadt) das neue Dekanat leitet, einem klassisches Leitbild verschrieben, sondern bewusst Leitsätze formuliert. Einer dieser Sätze lautet: "Evangelisch zu sein bedeutet für uns, offene und einladende, lebensbegleitende und glaubensfördernde Kirche zu sein." Ein anderer betont die Region.
"Wir sehen hin, um zu verstehen, was die Menschen in unserer Region beschäftigt und was sie von uns brauchen." Ein anderer Leitsatz legt Wert auf Kommunikation. "Wir setzen uns für einen achtsamen Dialog der unterschiedlichen Menschen und vielfältigen Interessengruppen ein." Durch die räumliche Nähe ergeben sich für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst Chancen für eine direkte Zusammenarbeit. In dieser Bündelung sieht Dekan Laubscheer denn auch einen Sinn der Fusion.
"Wir wollen das Optimale für unsere beiden Dekanate mit ihren 40 Kirchengemeinden herausholen. Wir werden Kräfte bündeln, unnötige Doppelstrukturen etwa im Verwaltungsbereich abbauen, und nach außen in die politische und wirtschaftliche Region hineinwirken, um so ein starker und verlässlicher Partner zu sein."
Für das kommende Jahr sind bereits einige Schwerpunktthemen angedacht und in Planung. "Die Leitsätze werden mit Inhalten gefüllt, um es nicht nur bei wohlklingenden Worten zu belassen", so Pressesprecher Reinhard Völker. Daher setzt das neue Dekanat seine Schwerpunkte in den Bereichen Soziales, Umwelt, Diakonie und Seelsorge. Annette Claar-Kreh etwa, im Dekanat zuständig für das Referat "Gesellschaftliche Verantwortung", will sich verstärkt im Ausbildungsnetzwerk st.a.rk engagieren.
Einen ganz anderen Schwerpunkt legen die Dekanatsjugendreferenten Dieter Stab und Rainer Volkmar. Im Laufe des kommenden Jahres ist erstmals eine Jugendkirche in der Region geplant, wo junge Menschen verschiedene Formen kirchlicher Spiritualität kennen lernen, erproben und erleben sollen. An diesem aufwändigen Projekt beteiligen sich auch die vier Gemeindepädagoginnen im Dekanat.
Pfarrer Werner Stoklossa vom Referat Bildung will mit einer regionalen "Ehrenamtsakademie" auf die Bedürfnisse der neu gewählten Kirchenvorsteher mit gezielten Seminaren eingehen. Außerdem befasst er sich mit dem ökumenischen Dialog. Höhepunkt wird hier der Besuch des 2. Ökumenischen Kirchentages 2010 in München sein. Das Referat für Seniorenarbeit, das von der Religionspädagogin Karin Jablonski und dem Diakon Wolfgang Kettler geleitet wird, bietet Fortbildungen, Vorträge und Reisen an. Dieses Näherrücken auf allen Ebenen ist den beiden Dekanen ein großes Anliegen. Daher habe man bewusst das Jahresthema von 2009 "Neue Wege gehen" auch für 2010 gewählt. |