 Wasser plätschert über die Altarstufen, Tiere und Menschen begegnen sich friedlich, ein Sternenhimmel überspannt das Himmelsgewölbe, bunte Blumen erblühen im Garten: Die katholische Jugendkirche Jona hat sich für eine Woche in einen Garten Eden verwandelt. Hier können Jugendliche in sieben Stationen und Workshops der biblischen Schöpfungsgeschichte nachspüren. Den Zehntklässlern der Freiherr-vom-Stein-Schule aus Sachsenhausen, die heute vor einer Woche mit ihrem Religionslehrer in die Jugendkirche gekommen waren, präsentierte sich der Kirchenraum mit Licht, Musik und Projektionen paradiesisch. Sie sahen aber auch, was die Menschheit dem Planeten Erde angetan hat: Umweltkatastrophen, Kriege, Pandemien, Wirtschaftskrise sind die hausgemachten Folgen eines oft unverantwortlichen Umgangs mit der Schöpfung.
In den sieben Stationen, die die Jugendlichen analog den biblischen Schöpfungstagen durchlaufen, geht es dagegen um sinnliche Erfahrungen einer einzigartigen Welt: Die Erde war wüst und wirr - barfuß spüren die Schüler ihre Umwelt. Ein Gewölbe entstehe mitten im Wasser – mit Geschicklichkeit müssen die Besucher Himmel und Erde in die richtigen Bahnen lenken. Lasse junges Grün wachsen - mit kindlicher Begeisterung schneiden, kleben und falten die 16-Jährigen bunte Papierblumen und pflanzen sie im Garten Eden. Andere werden als „Krone der Schöpfung“ fotografiert, können ihre Meinung zur Bewahrung der Schöpfung, zu Natur- und Umweltschutz aufschreiben. Wieder andere genießen in der Krypta den 7. Tag, an dem der Schöpfergott ausruhte.
Für Jugendpfarrer Werner Otto zeigt das Projekt, das 20 Jugendliche seit September vorbereitet und gestaltet hatten, nicht nur, wie eindrucksvoll biblische Texte vermittelt werden können, sondern auch wie bereitwillig sich junge Menschen darauf einlassen, die Schönheit der Natur wahrzunehmen und sich kritisch mit deren Verletzlichkeit auseinander zu setzen. Noch bis Freitag können Jugendgruppen und Schulklassen in der Jugendkirche Jona, Holbeinstraße 70, das Schöpfungsprojekt „Und Gott sah, dass es gut war…“ auf sich wirken lassen. Anmeldung und Information bei der Jugendkirche, Telefon 24 7575 0.
Am Samstag, 12. Dezember, endet die Schöpfungsgeschichte in einer Nacht der Schöpfung ab 20.00 Uhr mit einem Jugendgottesdienst, Licht- und Filmprojektionen, Musik, Danach können alle sieben Schöpfungstage noch einmal in einem Rundgang nachempfunden werden. Das benachbarte Schülercafé Orca hält dazu kulinarische Leckereien bereit, die zum Thema passen. Eine Anmeldung zur Schöpfungsnacht ist nicht erforderlich.
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