 Ehrenamtliches Engagement für junge Menschen hat viele Gesichter: Als der Stadtjugendring (SJR) zum ersten Mal den Jugendleiterpreis an drei Gruppen und drei Einzelpersonen übergab, wurde es sogar richtig eng auf der Bühne im Casino-Kino. Auch das »Projekt Jugendkirche« in der Schweinheimer Pfarrei St. Gertrud kamen die nähere Auswahl. Unter anderem mit Jugendgottesdiensten versuchen darin junge Christen, »den Glauben auch für andere Jugendliche interessant zu machen«, sagte Laudator Robert Löwer.
»Herausragende Leistungen im Bereich des ehrenamtlichen Engagements für die Kinder- und Jugendarbeit« wollte die Jury belohnen - mit insgesamt 1950 Euro. Solche Leistungen können ganz unterschiedlich aussehen: Die 20-jährige Studentin Christine Drenkard aus Johannesberg etwa bringt jungen Mädchen das Tanzen bei. Als Mitglied des TuS Damm gründete Drenkard die Tanzgruppe noch während ihrer Schulzeit im Rahmen des SJR-Projekts »Schehre«.
Die Abkürzung steht für »Schule und Ehrenamt«: Das Projekt ermöglicht es Vereinen, an Schulen neue Zielgruppen - besonders aber ausländische Kinder und Jugendliche - anzusprechen. Christine Drenkard betreute Kinder an der Pestalozzi- sowie an der Kolpingschule und hat »ihre« Mädels auch nach Ende der Testphase nicht aufgegeben: Inzwischen führt sie die Gruppe unter den Fittichen des TuS Damm weiter und reist dafür jede Woche von ihrem Studienort Würzburg an. Das war der Jury einen Preis wert.
Ansporn für andere
Der Jugendleiterpreis solle auch andere anspornen, sich in der Jugendarbeit nach Kräften einzusetzen, betonte SJR-Vorsitzende Jennifer Friebe. Sie sprach stellvertretend für die übrigen Jurymitglieder Jürgen Herzing, Robert Löwer (Stadträte), Frank Vorbeck und Joschka Hench (Stadtjugendring), die aus insgesamt elf Vorschlägen sechs Gewinner ausgesucht hatten.
In der Kategorie Einzelpersönlichkeiten, die mit je 250 Euro dotiert war, zählten auch Andreas Winterstein und Robert Arnold zu den Siegern. Der 24-jährige Andreas Winterstein hat sich im Aschaffenburger Stamm Johannisburg der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) in nur drei Jahren fast unersetzlich gemacht: Obwohl er in Darmstadt wohnt, hat Winterstein für die Aschaffenburger Pfadfinder zum Beispiel eine Islandfahrt »fast im Alleingang gestemmt«, wie Laudator Joschka Hench betonte.
Robert Arnold ist mit 47 Jahren zwar selbst nicht mehr ganz so jung, doch das schmälert seinen Einsatz für den Nachwuchs im Musikverein Gailbach nicht. 14 Jugendliche haben sich unter seiner Anleitung das bronzene Leistungsabzeichen erspielt, acht sogar das silberne. Elf junge Musikanten hat Robert Arnold erfolgreich ins Orchester der Erwachsenen eingebunden.
Hakuna Matata und Jugendkirche
Zwei Gruppen haben die Jury ebenfalls überzeugt, sie erhielten je 500 Euro: Zum einen das Team des Dämmer Jugendtreffs St. Michael, das in den vergangenen Monaten das Spendenjahr »Hakuna Matata« auf die Beine gestellt hat (wir berichteten mehrmals). Insgesamt haben die Jugendlichen 14 800 Euro gesammelt, die in der Diözese Mbinga in Tansania jungen Menschen zu Gute kommen sollen.
Seit Januar 2006 gibt es in der Schweinheimer Pfarrei St. Gertrud das »Projekt Jugendkirche«. Unter anderem mit Jugendgottesdiensten versuchen darin junge Christen, »den Glauben auch für andere Jugendliche interessant zu machen«, sagte Laudator und Stadtrat Robert Löwer, der den Preis überreichte. Ein Sonderpreis im Wert von 200 Euro ging an den Projektchor der Ministranten St. Pius, der mittlerweile 16 Mitsänger hat und der bald vom zeitweiligen Projekt zur festen Einrichtung werden soll.
Um auch den anderen Ehrenamtlichen in der Aschaffenburger Jugendarbeit für ihren Einsatz zu danken, hatte der SJR zur inzwischen etablierten Ehrenamtsgala ins Kino eingeladen. Es gab Buffet, lobende Worte vom Oberbürgermeister und zum Abschluss Woody Allens neuen Film, »Whatever Works«, der in zwei restlos gefüllten Kinosälen lief. |