 Der Wechsel kam nicht unverhofft und vollzog sich dennoch leise. Paul-Gerhard Stamm (59, Foto), Superintendent des Kirchenkreises Dortmund Mitte-Nordost, wurde zum neuen Vorsitzenden des Vorstandes der Vereinigten Kirchenkreise (VKK) gewählt. Sein Vorgänger Jürgen Lembke, Superintendent in Lünen, geht mit Ablauf dieses Monats in den Vorruhestand. Mit deutlicher Mehrheit (71 Prozent) wurde Paul-Gerhard Stamm, gebürtiger Hagener, seit 1979 Gemeindepfarrer in Dortmund-Asseln und Vater von drei Töchtern ins neue Amt berufen. Stamm, seit 1999 Superintendent, regte seit längerem die Bildung einer engagierten "Jugendkirche" an. Das Projekt "Jugendkirche Dortmund" soll nun voraussichtlich noch in diesem Jahr umgesetzt werden.
"Klar und deutlich", so VKK-Chef Stamm, wolle die evangelische Kirche in Dortmund und Lünen auch in Zukunft deutlich Position beziehen. "Die evangelische Kirche engagiert sich sehr stark in den verschiedensten Bereichen", sagte Stamm und bedauerte, "dass diese Vielfalt nicht genügend wahrgenommen" werde. Nur ein Beispiel dafür sei die erfolgreich gestartete Kampagne gegen Kinderarmut und mit vielen kulturellen Projekten werde sich die evangelische Kirche in Dortmund und Lünen an der Ruhr.2010 beteiligen.
Nicht gelungen ist es dem scheidenden VKK-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Lembke, die Dortmunder Kirchenkreise zu einem Kirchenkreis in Dortmund und Lünen zusammen zu führen. Ein Vorhaben, das Lembke auch künftig beobachten wird: "In Zukunft wird die Unterscheidung zwischen den traditionellen Ebenen der Dortmunder und Lünener Kirche nicht mehr weiter helfen", ist seine Auffassung.
Paul-Gerhard Stamm möchte "behutsam am Vereinigungsprozess weiterarbeiten". Für ihn sei "das Ziel nicht aufgegeben", sagte Stamm und schlug weitere Gespräche vor. Denn, so Stamm: "Kommunikation ist die Vorraussetzung, einen Konsens mit allen Kirchenkreisen zu finden". Ein Finanzkonzept für einheitliche Aufgaben im Verbandsbereich sei ein erster Schritt. Wegen der entspannten Finanzsituation könne wieder "an neue Projekte" gedacht werden.
Stamm regte die Bildung einer engagierten "Jugendkirche" an. Das Projekt "Jugendkirche" soll voraussichtlich noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Am Samstag, 30. 08. 2008, gab es in und um die Markuskirche bereits einen "Probelauf". Von 16.00- 22.00 verwandelte sich im August die Markuskirche, Gutheilstraße 16, in eine Strandoase:
Das Motto "All inclusive" erinnert an Sommer, Sonne, Strand und Meer. Wo sonst Bänke stehen, findet man dann bunte Liegestühle und feinen Sand. Aber das ist noch lange nicht alles, "was wir uns überlegt haben", erklärt eine der Ehrenamtlichen der Evangelischen Jugend Dortmund.
All inclusive sind auch die Workshops, die ngeboten werden. Bei Capoeira, einer brasilianischen Tanzkunst, Improtheater oder in Video und Musikworkshops können sich Jugendliche ab 13 Jahren kostenlos ausprobieren. Die Präsentation der workshops mündet in einem Gottesdienst, der von den Jugendlichen selbst gestaltet wird. Judith, 16: “ Uns ist es wichtig, dass der Gottesdienst nicht langweilig wird, deshalb machen wir ihn selbst.“
Das ist auch das Ziel des Events und einer zukünftigen Dortmunder Jugendkirche. "Die Jugendlichen sollen sich aktiv beteiligen und Spass an Kirche und dem Glauben entwickeln, erläutert Nicole Richter von der Kontaktstelle der Evangelischen Jugend. Wo die Dortmunder Jugendkirche in Zukunft entstehen wird, ist zurzeit noch offen. Zwar haben die Jugendlichen bereits verschiedene Kirchen besichtigt, aber eine Entscheidung ist noch nicht getroffen. Doch das hält sie nicht davon ab, einfach zu beginnen. Weitere Informationen → Jugendkirche auf Probe |