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Geschrieben von pierre roh
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Donnerstag, 5. November 2009 |
 Wie und wo leben Junge Erwachsene tatsächlich ihren Glauben? Sind sie faule Nörgler, die Gottesdiensten und Predigten nichts abgewinnen können? Gemeindefrustrierte, die lieber unter sich bleiben? Die dranStudie 19plus wollte Schluss machen mit vagen Vermutungen, wollte ein Meinungsbild erstellen, was Junge Erwachsene über Kirche und Gemeinde denken und wie sie ihren Glauben leben. Überraschendes Ergebnis der Studie: Der Übergang von Jugendarbeit in die Gemeinde gelingt schlechter als erwartet. In der aktuellen dran erscheint jetzt die Auswertung.
Ein Jahr ist es her, dass die Zeitschrift dran das marburger Forschungsinstitut für Jugend und Religion empirica mit der dranStudie 19plus beauftragt hat. Ziel der Studie war es, die Situation von Jungen Erwachsenen im Kontext von Gemeinden zu untersuchen, um zu klären, wo Junge Erwachsene ihre geistliche Heimat verorten.
Die Umfrage wurde in zwei Teilen durchgeführt. Im ersten Teil wurden Anfang 2009 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und im zweiten Teil im Frühjahr 2009 19- bis 29-jährige Christen befragt. An der deutschlandweit angelegten Erhebung haben insgesamt 2.825 Personen aus den unterschiedlichsten zumeist protestantischen Kirchen und Gemeinden teilgenommen.
Nach der ersten Einschätzung der rund 300 Jugendmitarbeiter, sei die Gemeinde für die Jungen Erwachsene keine geistliche Heimat mehr. Nur jeder sechste Befragte glaubte, dass sich Junge Erwachsene in der Gemeinde wohlfühlen. Doch die Umfrage unter den Jungen Erwachsenen zeichnet ein anderes Bild.
Denn junge Christen leben laut Studie gerne in der Gemeinde: 93,6 % der Befragten finden es wichtig mit anderen Christen ihren Glauben zu leben. Und 76,5 % geben an, nicht ohne Gemeindeanschluss ihren Glauben ausleben zu können.
Diese Begeisterung gilt dabei nicht nur neuen Bewegungen und jungen Gemeindegründungen – laut Studie fühlen sich die Jungen Erwachsene auch in etablierten Kirchen und Freikirchen zu Hause. Und dort engagieren sie sich zudem überdurchschnittlich stark: Fast 80 % arbeiten in der Gemeinde mit.
Trotzdem blicken Junge Erwachsene auch kritisch auf Gemeinde und den dort gelebten Glauben. Gerade die missionarische Ausrichtung sehen die 19- bis 29-Jährigen kaum, obwohl sie sich diese wünschen. Sie wollen selbst ihren Glauben in Alltag authentisch leben, scheitern jedoch oft an ihren hohen Idealen.
Hier vermissen Junge Erwachsene die Unterstützung und Begleitung aus der Gemeinde – beispielsweise in Form von Mentoring oder Zweierschaften. Dabei wollen die 19- bis 29-Jährigen nicht nur unter sich bleiben: Junge Erwachsene wünschen sich laut Studie ausdrücklich den Kontakt zu anderen Generationen. |