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Jugendkirche als Ausflugsort für Firmlinge PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von pierre roh   
Montag, 12. Oktober 2009
Firmlinge auf Tour, auch in 'ner JuKi"Unsere Firmkurse bestehen aus jeweils einem praktischen, theoretischen und liturgischen Teil", erklärt Diakon Markus Mäurer den Weg zur Firmung, die die 14- und 15-jährigen Jugendlichen in zwei Gottesdiensten am 12. Dezember in der St.-Agatha-Kirche in Mettingen empfangen. Dass zur Firmvorbereitung immer öfter der Besuch einer JuKi gehört, ist inzwischen kein Geheimnis mehr. Das Interesse der Kirchenbasis an einer derartigen Einrichtung, die um eine Überalterung der Gemeinde bangt, und der Jugendlichen selbst, scheint proportional zum 'Kirchensterben' zuzunehmen.

116 Jugendliche haben sich in den vergangenen Wochen aufgemacht und in elf Gruppen an ihren Projekten gearbeitet. Während eines Gottesdienstes in der Schlickelder Kirche St. Mariä Himmelfahrt stellten sie ihre Ergebnisse vor, damit "ihr untereinander hört, womit ihr euch beschäftigt habt, und damit ihr euren Eltern einen Einblick gebt", sagte Mäurer.

Tolle Ergebnisse präsentierten die Gruppen. So waren sieben Jugendliche unterwegs gewesen, um unter dem Thema "Ordensleben heute" zu schauen, wie es sich im Kloster lebt. Fahrten zu verschiedenen Klöstern in der Region standen ebenso auf dem Programm wie der Besuch der Ordensleute (Pater Donatus, Pater Shaji oder die Schwestern im Krankenhaus), die in Mettingen leben und wirken. Eine weitere Gruppe gestaltete ganz persönliche Kreuze und stellte sich die Frage, was das Kreuz eigentlich bedeutet.

Viele Jugendliche stellten sich in ihrem Projekt dem Thema "Tod". "Auch junge Menschen werden mit dem Tod konfrontiert", weiss Mäurer, der Tod gehöre zum Leben dazu. Sie sprachen mit einem Bestatter, besuchten den Friedhof und die Leichenhalle, stellten den Beerdigungskaffee nach. Der Besuch eines Hospizes ist ebenfalls geplant.

Die "Begegnung mit alten Menschen" stand für andere Mädchen und Jungen auf dem Programm. Sie gingen ins Altenheim, spielten oder sprachen mit den Bewohnern, lernten den Tagesablauf in der Einrichtung kennen. "Glaube in Holz" hiess ein Projekt. Religiöse Motive wurden in Holzscheiben geschnitzt. Unter dem Motto "Menschen helfen Menschen" lernten einige Jugendliche die Arbeit verschiedener Beratungsstellen kennen. Was in der Offenen Jugendarbeit passiert, erlebten andere in der KOT.

Eine Gruppe gestaltete den Sonnengesang des Franz von Assisi in einem Fotoworkshop, eine weitere beschäftigte sich mit "effata", der Jugendkirche Münster. Seit der Eröffnung der Jugendkirche haben sich Besuche von Schulklassen, Jugendgruppen, Multiplikator/innen, die ausserhalb konkreter Angebote begleitet werden, gehäuft. Besonderes Interesse dürfte der → 'Zorb' erregt haben, "wenn er denn von der Leine gelassen wurde". Die Gruppen werden von jungen Erwachsenen aus dem Team der Ehrenamtlichen begleitet, die die Entwicklung und den gegenwärtigen Stand der JuKi erläutern und auch immer wieder Antwort geben müssen auf die Frage: "Was bedeutet eigentlich effata?"

Die Jugendkirche Münster heisst: effata! Das ist ein Wort Jesu aus dem Markusevangelium. Übersetzt heisst es: Öffne dich! Die Kirche öffnet sich: für alle Dich und für alles, was Dich interessiert! Du kannst Dich öffnen: für Jesus, für seine Botschaft und für alle anderen, die auch Lust haben, sich zu öffnen!

Nicht nur Besichtigungstouren sind angesagt, auch andere Aktionen sind am Laufen: Ein Firmprojektchor trifft sich einmal in der Woche, um Lieder für die verschiedenen Gottesdienste zu üben. Auch die Projektpräsentation am vergangenen Donnerstag begleiteten die Mädchen musikalisch. Andere Jugendliche gestalten im Rahmen ihres Projektes das Firmlogo.

"Tolle Projekte, in denen die Firmlinge ihr Christsein leben, es in die Praxis umsetzen sollen", stellt Mäurer fest. Zum weiteren Fahrplan Richtung Firmung gehören fünf Gruppenstunden, in denen über die Themen Talente, Versöhnung, Glaubensbekenntnis, Eucharistie, Heiliger Geist und Firmung gesprochen wird. Alle Gruppen werden während der Vorbereitungsphase von zwei Katecheten und einem Projektleiter begleitet.

Mäurer freut sich über die grosse Resonanz auf die Firmkurse. Fast 100 Prozent der Kinder, die zur Kommunion gingen, seien bei der Firmung dabei, hat er beobachtet. Die endgültige Entscheidung für die Firmung fällt jedoch nicht bereits mit der Anmeldung zum Firmkursus, sondern erst im Laufe der Vorbereitung. "Die Jugendlichen sollen sich während der Vorbereitung bewusst und freiwillig entscheiden, ob sie gefirmt werden wollen oder nicht", betont Mäurer.
 
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