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Im Altarbereich der Auferstehungskirche Stralsund-Grünhufe lädt der Auferstandene ein.

Jugendkirche Stralsund – Präsentation auf dem Forum Jugendkirche in der Auferstehungskirche Stralsund-Grünhufe am 24. September 2004

 

Jugendkirche –

Jugend und Kirche

Als wir begannen über den Gedanken einer Jugendkirche hier mit anderen zu sprechen, wurde die Frage laut: Jugend und Kirche; geht denn das? Ist das nicht ein Widerspruch in sich selbst?

Assoziieren Sie einmal zu den Begriffen Kirche und Jugend, und auch Ihnen wird auffallen, dass man diese beiden Worte wohl kaum automatisch und positiv zueinander bringt.

Hier in Grünhufe aber, haben wir ein jugendlich – frisches Gemeindezentrum, modern und funktional, passend für die unterschiedlichsten Arbeitsformen und Bedürfnisse.

Hier ist es anders, als man es für eine Kirche erwartet.

Damit hat man schon den ersten wichtigen Baustein.

 

Jugendkirche – was ist das?

Wir haben in unserem Leben erfahren, von welcher entscheidender Bedeutung das Vertrauen auf Jesus Christus ist. Wie sich mit dem Vertrauen auf ihn, unser Leben ändert. Das möchten wir allen Menschen weitersagen und natürlich auch Heranwachsenden, Jugendlichen. Diese Möglichkeit, das Leben neu zu verstehen und ergreifen, und damit in einer Weise zu entfalten, die sie vorher noch nicht wahrnehmen können, wollen wir ihnen durch die Jugendkirche eröffnen. Das nennen wir: Lebensentfaltung

 

Chancen ergreifen können, Zuversicht stärken, das soll hier auf eine jugendgemäße Weise, d.h. in einer Form geschehen, die von den jungen Menschen verstanden wird. Evangelium hat immer etwas mit Verstehen zu tun. Die Lebenswelt der Jugendlichen, ihre Kultur und Ausdrucksweise, ja auch ihre Denkansätze sind oft so anders, als in unseren normalen kirchlichen Bezügen. Darum ist es wichtig, diese Zielgruppe speziell anzusprechen. Das geschieht in der Auseinandersetzung mit Kirche, Glauben, und anderen Jugendlichen.

Christlicher Glaube bringt das Leben zur Entfaltung. Darum möchten wir, dass junge Menschen hier die gute Nachricht von Jesus Christus hören,

dass ihre Begabungen entdeckt und gefördert werden,

dass sie sich auf die vielfältigste Weise mit unterschiedlichsten Themen ernsthaft und jugendgemäß auseinandersetzen.

So haben wir uns in Anlehnung an die Auferstehungskirche Leitwort für die Arbeit gewählt, welches sich in der Altargestaltung wiederfindet.

Es ist die Geschichte von dem Jünger Thomas, dem zwar die anderen von dem Auferstandenen Jesus erzählten, der das aber nicht Glauben kann, weil er den Auferstandenen nicht selber gesehen und erlebt hat. Das jedoch ist ein wesentliches Element des Glaubens.

So tritt dann auch, so lesen wir bei Johannes, Jesus in sein Leben, steht vor ihm und sagt: „Reiche deine Finger her und sieh meine Hände und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig sondern gläubig.“ Johannes 20, 27

Es geht darum, den Glauben zu erfahren, wahrzunehmen, zu erleben. Er darf nicht abstrakt und fern bleibt. Das ist für alle Menschen wichtig, für Jugendliche in der Phase des Orientierens jedoch besonders. Darum haben wir so etwas wie Untertitel für die Jugendkirche:

Leben erfahren, Leben begreifen, Leben verstehen, Leben befestigen,

Oder mit noch einem anderen Wort beschrieben, welches wesentlich zu unserem Leben gehört:

Freude am Glauben (er)leben

 

Jugendkirche in der Auferstehungskirche Grünhufe

Wen wollen wir damit erreichen?

Wie der Name Jugendkirche schon sagt, natürlich Jugendliche. Junge Menschen, die ihr Leben gestalten müssen, die hineingehen in eine im wahrsten Sinne des Wortes Frag – würdige Zukunft. Die Zukunft ist es Würdig, dass wir sie auf ihre Tragfähigkeit hin befragen. Natürlich haben wir Angebote für Kinder im Auge, und nach Möglichkeit für junge Familien. Ich nenne hier auch ganz bewusst das Stichwort: junge alleinerziehende Mütter.

Lokal betrachtet soll die Arbeit nicht nur den Stadtteil erreichen, sonder das gesamte Stadtgebiet und die Region. Durch die Mobilität der Jugendlichen und die Vernetzung über die Schulen, ergibt sich an dieser Stelle natürlich ein weiter Horizont, bis hin den gesamten vorpommerschen Bereich.

 

Jugendkirche - warum soll sie geschaffen werden?

Jugendkirche soll vor allem ein Ort sein, aber kein x-beliebiger. Ein Ort an dem, Begegnung geschehen kann, Begegnung mit Gott, mir anderen Jugendlichen, mit Erwachsenen und auch mit einem selbst. Was ist nötig für eine gelingende Begegnung?

Vorurteilsfrei und offen muss man sich gegenüberstehen und eine Sprache sprechen, die der Andere verstehen kann.

Junge Menschen haben oft schon prägende Erfahrungen mit der Erwachsenenwelt gemacht, die sie skeptisch werden und fragen ließen, ob diese Welt für ihr Leben so wie sie ist, gut ist und sie merken, wie man im Grunde aneinander vorbei redet und lebt, sich nicht versteht. Darum braucht es neuer, offener Räume.

Diesen Raum der Begegnung soll es hier geben. Hier soll es möglich sein, eine der Lebenswelt der Jungendlichen entsprechende Auseinandersetzung mit überkommenden Werten zu führen, sich weiterzuentwickeln und neu zu orientieren.

Konkret heißt das für uns: dass christliche Grundwerte in unserem gesellschaftlichen Leben wieder stärker zum tragen kommen, wie Verhaltensformen der gegenseitigen Wertschätzung, Achtung und Verantwortung.

So kann man sich helfen neue Lebensperspektiven zu gewinnen.

 

Jugendkirche – wie soll sie arbeiten?

Da der Glaube ein Beziehungsgeschehen ist, muss auch die Arbeitweise der Jugendkirche dem entsprechen und eben beziehungsorientiert sein.

Diese Arbeitsweise entfaltet sich in eigenverantwortlich handelnden Kleingruppen. Hier entsteht ein Vertrauensverhältnis, in dem man für sich ein neues Heimatgefühl entwickelt, was so nötig ist, denn oft ist die Seele der Jugendlichen heimatlos geworden. Gespräche über den Glauben, über die Lebensgestaltung, über familiäre oder gesellschaftliche Fragestellungen sind in dieser Atmosphäre möglich. Christliche Werte werden so automatisch verinnerlicht.

 

Doch brauchen wir für diese Arbeit einen Rahmen und der wird gesetzt durch die unterschiedliche Angebotsstruktur.

Wir unterscheiden zwischen

Kontinuierlichen Angeboten

Projektbezogenen Angeboten

Vernetzten Angeboten

 

Kontinuierliche Angebote

Für die berechenbare Verlässlichkeit ist das ganz wichtig.

solche regelmäßigen, fest in der Woche verankerten Angebote unterbreiten zu können. Dazu könnten gehören:

Angebote zur Meditation, Andacht oder Gottesdienst

Musikarbeit

Kreativgruppen

Sportgruppen

 

Natürlich kann man sich hier eine ganze Reihe von Möglichkeiten denken, doch wichtig ist und bleibt uns dabei, dass alles aus dem Konzentrationspunkt des Glaubens her geschieht.

In den Teams mit den Jugendlichen lässt sich dann viel gestalten:

So denke man an: Tanz, Rollenspiel, Moderation, Catering, Technik, Bibelarbeit, Verkündigung/Mission, soziales Engagement, Hausaufgabenhilfe, und dergleichen mehr. Das ist sicherlich auch stark situations- und personenbezogen.

 

Projektbezogene Angebote

Eine andere Angebotsform ist die projektbezogene Arbeit.

Hier ist ein konkreter Anfang und ein bestimmtes Ende der Arbeitsgruppe gesetzt, oft mit einem Zielpunkt verbunden.

So kann sich eine Band zusammenfinden zur Aufführung eines ganz bestimmten Stückes, oder eine Präsentation in der Schule, Kirche oder auf dem Marktplatz erfolgen, nach der Erarbeitung eines Themenbereiches können Eltern eingeladen werden, es kann eine gemeinsame Fahrt es, die Erstellung einen Videofilms, Sportturniere, Beteiligung an Wohngebietsfesten mit einem bestimmt dafür erarbeiteten Angebot, auch Projektangebote an den Schulen sind denkbar.

Durch diese Arbeitsweise ist man nicht auf längere Zeit gebunden und bekommt doch genügend Berührungsfläche einander kennen zulernen, Kontakte aufzubauen und pflegen. Bewusst können Projekte erstellt und gewählt werden, die verschiedene Generationen ansprechen, oder soziales Handeln befördern, oder die Wahrnehmung auf die unterschiedlichste Weise beeinflussen.

Viele Chancen liegen gerade auch in dieser Arbeitsweise.

 

Eine dritte ergänzende Form der Arbeitsweise einer Jugendkirche ist das sogenannte Event, bei dem ganz bewusst hin und wieder ein Höhepunkt gesetzt wird. Dieser soll aus dem gewöhnlichen Rahmen der Arbeit herausfallen, Mitarbeiter und Jugendliche begeistern und Menschen ansprechen und für die Jugendkirche aufschließen, die bis dahin noch keinen Kontakt hatten.

 

Vernetzte Angebote

Selbstverständlich kann diese Arbeit nicht für sich allein stehen, sondern geschieht immer vernetzt. Da ist die evangelische Jugend Pommerns, da sind andere Jugendverbände in der Stadt, wie der EC oder CVJM, da sind die Schulen hier im Wohngebiet und darüber hinaus, und da ist die kommunale Jugendarbeit, Stadtteil, kleiner Kreis, Jugendamt. Ich denke, gerade in der Vernetzung liegen große Gelegenheiten voneinander zu profitieren. Hier können wir uns nach Möglichkeit ergänzen und unterstützen. Jeder hat seine eigenen Stärken, aber auch Grenzen, und darum brauchen wir einander. Gerade die Vernetzung ist für die Jugendkirche wichtig, denn so bleibt sie nicht in sich selbst geschlossen, eine Insel, sondern mitten drin in der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen.

 

Öffentlichkeitsarbeit

Die Öffentlichkeitsarbeit ist in dem ganzen Gefüge nicht einfach so ein auch noch aufgenommenes Element, sondern von großer Wichtigkeit. Einerseits kann sie zu den kontinuierlichen Angeboten in der Arbeitsform gehören und erfüllt andererseits den Zweck, die wichtigen Inhalte der Arbeit zu transportieren. Das Angebot muss an den Adressaten kommen.

Darum stellen wir uns hier ein Internetportal vor, vielleicht ein eigenes Infoblatt, die Präsents in der gemeindlichen, kirchlichen und regionalen Presse, wobei man hin und wieder auch an das Radio oder Fernsehen denken könnte.

 

Jungendkirche - wer macht die Arbeit

Nun haben wir schön unsere Gedanken entwickelt, und es kommt zu dem Punkt zu dem es kommen muss:

Wer macht die Arbeit in der Jugendkirche?

Die erste Antwort darauf ist: ein Team!

Keine Einzelleitung, sondern nur gemeinsam ist die Arbeit qualitätsvoll und angemessen zu bewältigen.

Dieses Team besteht aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Für dieses Team sollten besondere Grundsätze gelten, denn sie bestimmen Richtung und Atmosphäre, ja Kultur der Jugendkirche.

Leben aus dem Glauben in Gebet und Lob

Liebe zu den Menschen mit denen sie arbeiten

Überzeugt von der Sinnhaftigkeit der Jugendkirche in Stralsund

Klare Entscheidung für Jesus

Teamgeist

Gabenorientierte Mitarbeit

 

Das Team mit seinen Mitarbeitern

Bei den hauptamtlichen Mitarbeitern brauchen wir eine relative Planungssicherheit und können wir uns vorstellen, dass wir zunächst für eine Projektzeit von 3 – 5 Jahre ausgehen.

Sie sind verantwortlich für die Organisation und die Aufrechterhaltung von Kontinuität in der Arbeit. Die Kontinuität gilt für die Person und für Angebote.

Diese Mitarbeiter müssen fest im Glauben stehen, und sich der Führung durch Gottes Geist bewusst sein. Die Liebe zu den ihnen anvertrauten Menschen ist in dieser Arbeit ganz wichtig.

Natürlich brauche sie eine abgeschlossene Ausbildung für die Arbeit mit Jugendlichen, sozialpädagogische Fähigkeiten, möglichst musische Begabungen für die Musikarbeit und sonstige Kreativgruppen und ein wenig technischer Sachverstand kann dabei nur von Vorteil sein. Ich denke, das ist sicher eine anstrengende, aber auch schöne und vor allem lohnende Herausforderung.

 

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter übernehmen ihren Gaben, Möglichkeiten und Qualifikationen entsprechend konkrete Verantwortung für einzelne Bereiche in der Jugendkirchsarbeit.

Sie bringen sich gleichberechtigt ins Team ein. Nur so kann gewährleistet werden, dass sie Arbeit so gemacht wird, dass sie nicht an der Lebenswelt der Jugendliche vorbei geht. Aus ihrem Engagement erwächst immer wieder ein neuer Angebotskatalog.

Diese Leitungsmitglieder sollten auch fest im Glauben stehen und der Führung des heiligen Geistes vertrauen.

 

Jugendkirche - wer soll das bezahlen?

Vielleicht ist Ihnen während der gesamten Zeit schon der Gedanke mit dieser entscheidenden Frage durch den Kopf gespukt. Woher soll das Geld für diese Arbeit kommen. Zunächst, wir sind hier in der Auferstehungskirche, d.h. Gott hat Möglichkeiten, die wir selber noch nicht wahrnehmen. Das gibt Mut.

Was wir aber sehen ist das Folgende:

Dieses moderne Gemeindezentrum ist vorhanden, wenn man hier und da auch schon wieder etwas Bauen müsste. Der Gemeindeverbandsrat des Gemeindeverbandes St. Marien unterstützt und befördert das Projekt Jugendkirche und bringt das Gebäude und Grundstück ein. Darüber hinaus die aktuelle Finanzierung einer SAM Stelle und eines Zivildienstleistenden und auch der zuständige Pfarrer begleitet intensiv diese Arbeit.

Die Anstellung eines Mitarbeiters, einer Mitarbeiterin, können wir uns aktuell nur als eine Mischfinanzierung vorstellen, aus kirchlichen und öffentlichen Mitteln, sowie aus fest zugesagten Zuwendungen Dritter.

Aktuelle Projektarbeit kann natürlich über Fördermittel und Sponsoring bestritten werden, Stadt, Land, EU, Schulen sind sicher denkbare Partner.

 

Jugendkirche - wohin soll das führen?

Wir gehen also mutig von einer ersten Projektphase von 5 Jahren aus.

Selbstverständlich ist bei den laufenden Projekten und dem Gesamtverlauf der Arbeit, eine ständige Evaluation, so dass es immer die rechtzeitige Möglichkeit der Intervention gibt. So kann man sich aber auf der anderen Seite auch vorstellen, bei entsprechendem Ergebnis, das Projekt länger laufen zu lassen.

Welche messbaren Kriterien könnte man dafür anführen:

Junge Mensche haben durch die Arbeit hier begonnen ihr Leben über den Glauben an Gott zu definieren, haben ihr Leben verändert und neu orientiert. Das ehrenamtliche Engagement ist breit und vielfältig und die Basis der Arbeit, die tägliche Praxis ist bestimmt durch kreatives, spontanes und soziales Handeln, in der Öffentlichkeit wird die Arbeit der Jugendkirche nicht nur wahrgenommen, sondern als ein ermutigendes Zeichen zur Lebensbejahung empfunden.

 

Jugendkirche ist nicht nur ein Wort sondern hier wird lebendiger Glaube erfahren:

Jugend lebt Glauben - Jugend praktiziert Kirche.

Und nun: Wir laden ein zur Mitgestaltung!

 

Ansprechpartner

Initiativkreis Jugendkirche Auferstehungsgemeinde Stralsund-Grünhufe

Lindenallee 35

18437 Stralsund

 

Oder:

 

Pfarrer Reinhart Haack

Tetzlawstr. 68

18437 Stralsund

Tel.: (0 38 31) 49 44 55

 


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